When I recently found this tiny and fabulous blue cocktail recipe booklet in mum’s kitchen in our countryside house, I had to “secure” it immediately đ Not so much because of the recipes, which are obviously neither special nor unbiased, but rather an attempt of the brand to sell their average products, but much more because of the cute format and the lovely 50s/60s graphic design! Executed with much care, which is rarely seen today in similar tokens (Hendrick’s Gin was the producer of the only comparable booklet I’ve come across during recent years), it naturally does not satisfy 2018 standards of gender equality, although when looking at Sagittarius, the lady who blocks the arrow in a nonchalant way with her drink seems to think to herself: “Ah, fuck off!” and indulge in her own splendid ennui, superbly aided by her beverage (click to enlarge image).
Man sollte vermeiden den Stier zu Ă€rgern … durch einen sanften Cocktail. Dem kann ich nur zustimmen!
Funnily enough, and as often is the case, a related item popped up around the same time independently, in the form of the formidable cocktail book by Tony Conigliaro’s 69 Colebrooke Row, one of our favourite London cocktail bars, which Björn brought me from a recent solo-trip to the town of funk (how DARE he drink those Hemingway Daiquiris without me!?). A fabulous book already by it’s stories and cocktail recipes, the drawings by Yasmin Sandytia it contains – although having a distinct contemporary touch – are very much reminiscent of the 50s/60s aesthetics as found in above shown Cinzano booklet in my opinion.
SpĂ€t aber doch, ein post ĂŒber Xandls “Joiseph“. Virtuell kann man nicht kosten … aber das ist auch gut so. Wein hat mit Genuss zu tun, und Genuss mit sich Zeit nehmen. Es muss nicht immer alles instantan zur VerfĂŒgung stehen, das wollen uns bloĂ die jedes-Jahr-ein-neues-Handy-Industrie & Co einreden. Wir glauben ihnen nicht. Stattdessen lassen wir uns Zeit und trinken Joiseph.
Bei so einem koidn Joiseph an einem lauen Sommerabend … da muss bei einem einfachen Menschen einfach Freude aufkommen!
GroĂ auch war die Ăberraschung, als letzten Sommer im Gro, Stockholm plötzlich ein Joiseph an der Theke stand. Die SommeliĂšre war begeistert als sie ihn entdeckte, wie sie persönlich berichtete. Ă la votre! kann man da nur sagen.
Joiseph @Gro restaurant, Stockholm
Category “brains”, because as with any other alcoholic beverage … use caution in order to protect it! đ
Wann gab’s dies das letzte Mal? Der folder fĂŒr die Reiseunterlagen (Zug-, Flugtickets, etc.) ist leer! Vermutlich ein einmaliger Zustand innerhalb der letzten 10 Jahre. Das stĂ€ndige Hin und Her aller in ĂŒberfĂŒllten ZĂŒgen und mit zu billig verkauften FlĂŒgen hat ja im Endeffekt das Reisen massiv abgewertet. Ja, 1828! Da konnte man noch punkten mit ReisetĂ€tigkeit! Darum gab’s in der Wiener Zeitung auch die Sparten “Angekommen” und “Abgereiset”, und zwar relativ tagesaktuell! Der einfache Schustergeselle aus dem Umland wurde da freilich nicht vermerkt, man musste schon GrĂ€fin, FĂŒrst oder Baron sein, oder zumindest ein Englischer Edelmann (der reiste allerdings auch nur ins damals schon todlangweilige – und auch noch ohne “5-Sterne-Flughafen” ausgestattete – “M”, um profane GeschĂ€fte in Wurst&Bier zu machen, und nicht etwa nach Mailand, Florenz oder Warschau). Die Reisezeit war natĂŒrlich ungleich lĂ€nger, dafĂŒr konnte man mal in Ruhe alle internationalen Tageszeitungen der letzten Woche lesen, zwei Kisterln Cheval Blanc 1801er waren auch im HandgepĂ€ck, und die eine oder andere ObszönitĂ€t wird wohl auch stattgefunden haben im Fond der Kutsche (Einhorn-getriebene Zeppeline waren damals noch sehr selten und wirklich nur der absoluten RoyalitĂ€t vorbehalten). Wenn man GlĂŒck hatte gab’s eine RĂ€uberei im Wald und man wurde gratis noch ein bissl ausgegriffen von einem reschen friulischen RĂ€uber-trainee. Eigentlich ideale ZustĂ€nde, und nach einem kurzen (32 Jahre) erfĂŒllten und spannenden Leben mit wenigen dafĂŒr aber bedeutungsvollen Reisen ist man dann mit einem Achtl Gemischtem Satz in der Hand im illustren Freundeskreis (KĂŒnstler, Nutten, Baronessen, Studenten, kunstsinnige BĂ€ckersgesellen, etc.) wĂ€hrend eines Hauskonzerts am Nervenfieber verstorben (siehe rechte Spalte ganz oben). Wahlweise auch an der Auszehrung oder am GedĂ€rmbrand.
Ich bin jedenfalls dafĂŒr jetzt “angekommener In- und AuslĂ€nder” zu sein und zunĂ€chst nirgends hinzureisen – sollen doch die Barone, GrĂ€finnen, Oberst-Lieutnante, Ritter, Knappen und Freyherren nach Berlin angereyset kommen (machen die ohnedies)! Ich leg’ mir jetzt an Schubert auf …
Wiener Zeitung 19./25.11.1828 – zum VergröĂern Rechtsclick, Grafik anzeigen, dann zoomen …