100 Buchhandlungen

Ein Herbst/Winterprojekt: 100 Berliner Buchhandlungen werden “erradelt” und auf ihre Stärken und Schwächen abgeklopft. Zuviel oder zuwenig Licht? Gefällt das Sortiment, ist die Bedienung freundlich, hat man genug Platz und Lust zu stöbern, muss man am Boden herumkriechen um die Titel lesen zu können und ist alles zugestellt mit sinnlosem bric-à-brac?
All dies wird hier demnächst besprochen werden in Form von Kommentaren zu diesem post.
Lets read!

24 thoughts on “100 Buchhandlungen”

  1. 24) Ivallan’s Second-Hand and Exceptional Books

    A crazy little upside-down second-hander in Gräfekiez. This bookstore is not meant to be easy to navigate or such. With it’s tiny 30-40sqm, an “orderly” display of books would probably also be a waste of space, so instead books are stacked over books here, often in boxes or drawers, one has to stretch, kneel, bend, twist in order to be able to read the labels on those boxes and fight ones way through the material. This is a store for diggers! But here this is concept apparently … and somehow it works. The whole package is somehow consistent. The light is pleasant. The selection of books is interesting, there is surprisingly little “trash” in contrast to other second hand book stores and one finds works by authors from around the globe. The window is blocked a bit by the book tables and boxes that have been placed outside – a commonly encountered problem.
    One other problem, which is now becoming apparent in Berlin as temperatures fall (and prices rise) is heating. The place is not heated it seems! That makes me NOT wanna stay very long. Even the sales-person is wearing gloves! I like the opera arias that are playing in the background, but honestly people, heat your space a bit, otherwise all you need to play in the future is Mimi dying in La Bohème!
    So one needs to be in the mood for digging, and physical work is also the only way to stay warm … but if you go for it, you are often rewarded! In this case:

    purchase: Nick Elwood, “All the Queen’s Men” and Simon Lovat, “Attrition”, both by the late London based gay avant-garde publishers Gay Men’s Press, which don’t exist anymore and are difficult to find! Can you dig it? 🙂

  2. 23) She said

    A fairly new bookstore on Kottbusser Damm with focus on female and queer authors. A very interesting selection results, with authors I’m mostly unfamiliar with – and as much as I dig that contemporary voice need to be heard especially in this segment, the section of “classics” could be a bit larger (basically it boils down to one chair, see photos).
    The window could use some light during dark times (which in Berlin winter is basically from 15:30 onwards …), also one of the windows is blocked by the coffee tables and chairs they have put in front of it. In summer I get the tables and chairs, the place is also a café, but in winter I would just remove them.
    The space inside is fairly big, and there is lots of space to walk around – it almost feels a bit empty to be true, but better to start with less, I agree! Bookstores tend to fill up and crowd over time anyway. The last point of criticism I can find here is the shelf with the personal recommendations. Personal recommendations are fab, handwritten ones give an even more personal touch, I agree, but they should be legible, which not all of them are here. I would encourage people to write bigger here and also restrict the format so that the maximum word count and line height/width is the same for every handwritten note. I doubt that many customers find the patience to read these notes as they are.
    All the rest I see in this interesting store are positive aspects! The light is very good, the welcome tables are not overcrowded and interestingly placed, I especially like the round one with a raised oblique, kind of conical presentation surface towards the middle. There’s enough space to walk around, the shelves are not too high, one can actually read all the books (even though the ceilings are very high, they weren’t tempted to put 5m high shelves there, well done!). The placement of the books is nicely mixed with some in front view and some in classic bookshelf placement side view, and they’ve dared to add some funky colors in the backs of the shelves on the walls, which are still nice on the eye! The topic headings on the shelves are placed in well readable places (one needs to be close up though).
    Last but not least there are a few tables (not too many) for having coffee and there is low background music, both of which makes the space (which would otherwise maybe feel a bit too white/bright?) more cozy.
    I’ll definitely come back here to discover Autorinnen unknown to me!

    Buchkauf: Goliarda Sapienza, “The Art of Joy” und Elisa Shua Dusapin, “The Parchinko Parlour”

  3. 22) Berliner Büchertisch

    Charmant, charmant, charmant!
    Bei second hand Läden drückt man ja immer irgendwie ein Auge zu, wenn nicht alles perfekt ist, und hier wird einem das wirklich leicht gemacht, weil die Angestellten wirklich sehr viel Charme versprühen! Da verzeiht man zB den alten grauen Spannteppich (den man eigentlich sofort entsorgen müsste). Nur im kleinen Krimi-Hinterzimmer gibt es einen schönen alten Dielenfußboden, und der knarrt auch wenn man darübergeht, das passt sehr gut zu den Krimis! 😉
    Das Licht ist ok, und die Regalhöhen nur etwas zu hoch, es stehen aber auch deutlich mehr Schemel und Treppchen herum als in anderen Läden, es wird einem also erleichtert auch oben zu stöbern, man muss nicht erst nach einem Schemel suchen oder fragen.
    Auf den Lesesesseln, die an den Fenstern stehen sitzen tatsächlich Menschen und lesen, sieht man selten! Auch hier also etwas richtig gemacht.
    Der Kinderraum hinten sieht ganz cozy aus (bis auf den ranzigen Teppich wie gesagt), ob das Kinder auch so sehen kann ich nicht beurteilen. Kinder bekommen jedenfalls angeblich ein Buch geschenkt – wow!
    Im hinteren Bereich ist es etwas zu eng sobald sich zwei Personen zwischen den Regalen bewegen, dort hätte man einen der oder am besten beide dieser Tische in der Raummitte entfernen können – Bücher gibt’s auch so genug dort!
    Die Regalbeschriftungen muss man sich ein wenig erarbeiten, aber wie gesagt, beim Antiquariat ein Auge zugedrückt. Es gibt auch ein paar Platten (und einen Plattenspieler) und CDs – man hätte ruhig Musik spielen können im Laden!
    Bücher gibt’s jedenfalls in Hülle und Fülle, und keine schlechten! Ich mag es auch, wenn man mir Fernando Pessoas “Buch der Unruhe” schön präsentiert auf einem Regal, das hat Klasse! Das Sortiment ist generell 1A und es gibt Bücher ab 50 Cent, und welche um 1-1,5€ die gar nicht schlecht sind, bravo!
    Vom vibe her jedenfalls eine der besten Buchhandlungen Berlins bisher, gut gemacht!

    Schaufenster: selbes Problem wie bei Anagramm, nur von außen zugänglich.

    Buchkauf: Cesare Pavese, “Der schöne Sommer / Der Teufel auf den Hügeln / Die einsamen Frauen” (sehr schöne 3er-Box Ausgabe aus den 70er Jahren!) und Voltaire, “Romane und Erzählungen” (Goldmanns Liebhaberausgaben, 1961)

  4. 21) Anagramm

    Eine sehr schöne Buchhandlung am Mehringdamm.
    Das Interieur ist hell und freundlich, es gibt viel Platz herumzugehen, die Beleuchtung ist gut und einheitlich (das schaffen nicht viele!) und die Regale sind nicht zu hoch, der Laden wirkt generell aufgelockert und nicht überladen. An manchen Stellen vielleicht sogar etwas zu leer, das kommt auch selten vor!
    Die Schaufenster sind aus baulichen Gründen nur von der Straßenseite bestückbar – wahrscheinlich ist da eine tragende Mauer im Weg, schade. Das scheint mir jedenfalls ein sehr unpraktisches Arrangement. Eine solche Auslage hat man mit Kalendern bestückt, das macht noch am meisten Sinn, das ist saisonal und als Kunde kann man drinnen sagen: ich hätte gerne den Alpenkalender, den kann man dann aus dem Lagerbestand nehmen, dafür muss man nicht raus und das Schaufenster öffnen. Auch hätte man bei der Bestückung optimieren können. Kinder/Jugendbücher (sogar mit separater handschriftlicher Empfehlung/Beschreibung) in 2,5m Höhe angeordnet erreichen nicht nur die Zielgruppe nicht sondern sind für niemanden mehr lesbar. Die Kinder- und Jugendbuchsektion innen nimmt mehr oder weniger 50% des Ladens ein – ich habe aber noch nie ein Kind in dieser Buchhandlung gesehen oder jemanden ein Kinderbuch kaufen. Vermutlich haben die Jungmütter und -väter andere Einkaufszeiten als ich. Die Auswahl in diesem Bereich scheint jedenfalls sehr gut zu sein!
    Im hinteren Bereich gibt es ein einzelnes Regal im Eck mit graphic novels, das ist schön und der Tisch daneben lädt tatsächlich mal zum Hinsetzen ein! Persönlich würde ich auf diesen Tisch aber nicht draufstellen (außer vielleicht eine Blumenvase und eine Karaffe Wasser mit Gläsern), flyer und was sonst noch dort drauf war – weg damit!
    Gleich neben diesem Tisch ist leider auch das “Büro”, und Pappkartons mit bestellten Büchern stehen herum. Hier hätten 1-2 Paravents ein bisschen Privatsphäre sowohl für die Angestellte/n als auch für die KundInnen geschaffen!
    Die Präsentation der Bücher ist klar und übersichtlich, auch auf den welcome tables, hier hat man alles richtig gemacht! Die Lesezeichen mit persönlichen Empfehlungen der Angestellten sind eine gute Idee! Der eigene Bereich mit ausführlicheren Besprechungen und Empfehlungen spricht mich aber grafisch nicht besonders an (diese clipboards, ich weiß nicht…).
    Vom Sortiment her finde ich fehlen Buch, die den “test of time” schon bestanden haben (früher hätte man gesagt “Klassiker”), und auch das Regal mit englischen Titeln enttäuscht, hier gibt’s Verbesserungsbedarf.
    Viel wird hier schon richtig gemacht – in einigen ganz konkreten Punkten könnte man aber gezielt einiges verbessern!

    Buchkauf: Werner Herzog, “Das Dämmern der Welt”

  5. 20) Extra Buch

    Sehr witziges Antiquariat am Mehringdamm. Witzig hauptsächlich deshalb, weil diese Füchse etwas Ungewöhnlich Schlaues tun: “modernes Antiquariat” heißt in diesem Fall, es werden Rücksendungen an Verlage eingekauft, das sind teilweise Mängelexemplare, großteils aber vollkommen neuwertige, originalverpackte Bücher, die von Buchhandlungen an Verlage zurückgesendet wurden. Für solche Bücher gilt ein niedrigerer Preis als der Neupreis der Buchpreisbindung im Wiederverkauf! Also großteils neue und aktuelle Bücher (aber auch Klassiker!) zum halben Preis. Ein geniales Konzept!
    Die selbstgebauten (?) rollbaren Außenbereichsregale mit Regenschutz sind sicher praktisch – hübsch sind sie aber nicht. Macht wahrscheinlich nichts, am Mehringdamm gehen so viele Menschen vorbei, da reicht irgendein Hingucker damit die Leute stehenbleiben.
    Das Licht innen ist generell in Ordnung, über jeder Regalspalte gibt es einen Spot, das kristallisiert sich als Quasistandard heraus. Die kugelförmigen Deckenlampen geben zusätzlich ein weiches Licht, leider haben die im Hauptraum eine andere Farbtemperatur als die im Seitenraum und im Hinterraum, soetwas stört mein Auge. Im Hinterraum (in der Kinderbuchabteilung) gibt es zusätzlich sehr hässliche, klinische Leuchtstoffröhren – warum denn bloß?
    Die Regale im Hauptraum sind eigentlich zu hoch, als dass man die Bücher oben noch erreichen kann, man hat aber zumindest soweit mitgedacht höher oben nur größe Buch wie zB Bildbände aufzustellen, man sieht also worum es sich handelt (nicht wie bei anderen, wo die Reklam Büchlein ganz oben stehen – die kann man dann nur mit Teleskop erkennen!). Im Hinterraum bei der Belletristik haben die Regale gute Höhe, und die Überschriften sind gut zu lesen (die Schilder selber sind aber wie so oft hässlich und lieblos gemacht).
    Die blauen Plastik-Lagerkisten unter den Regalen sind zwar nicht schön, aber wenigstens einigermaßen ordentlich verstaut.
    Ein einsamer Lesesessel im Hinterraum ist wiedermal völlig fehlplatziert, dort sitzt nie jemand außer kurz nach dem Kreislaufkollaps.
    Platz zum herumgehen gibt es genug, die einzelnen welcome tables haben eine gute Höhe, thematisch sind sie aber eher wirr.
    Im Nebenraum viele Reiseführer – kauft das heutzutage noch wer? Vielleicht die selben KundInnen, die die Hörbücher auf CD kaufen, hier wird glaube ich eher aussterbendes Publikum angesprochen.
    Manche Bücher tragen sticker mit kurzen persönlichen Empfehlungen der hosts, handschriftlich, sehr sympathisch!
    Im Allgemeinen sind die Bücher gut sichtbar platziert, ab und zu ist man jedoch schwach geworden und hat Bücher in Frontansicht VOR eine Reihe von Büchern in Buchrückenansicht gestellt, letztere damit verborgen, das finde ich persönlich immer störend.
    Alles in allem zwar keine schöne Buchhandlung, aber durch das Geschäftsmodell kann man tatsächlich sehr gute Bücher zu sehr guten Preisen finden!

    Buchkauf: Leonora Carrington, “Das Haus der Angst” und Ulrich Alexander Boschwitz, “Menschen neben dem Leben”

  6. 19) Pequod Books

    Probably the nicest second hand bookstore in Berlin! The owner is a darling!
    On the outside: the “windows” are actual windows, as of a ground floor apartment, and all books on display are nicely visible. Same problem as with most book stores: if you spot a book you like in the window, there is no way to find it once you’re inside the shop. Asking the shopkeeper for help is not a problem for me, but some people have social awkwardness issues that might actually keep them from asking for help. A sign outside saying “Books”, pointing towards the shop and “no books” pointing to the outside world is fun and will put a smile on peoples’ faces even if they don’t buy books, and that’s nice, because everyone needs cheering up. On the inside: the main room has a sofa instead of the usual welcome table right when you enter, and that is a nice change! The second room has a central table, and another one close to the windows (that one I would actually get rid of, it prevents access to the windows and it had two banana boxes with books on it, which in my aesthetics is a no-go). The shelves are quite full, that is a usual feature in a second hand place, but I can still read and reach the top shelf, so he didn’t overdo it with the volume of displayed books. The shelves are dark wood, which is not my favourite, but that’s life – the level of light is sufficient though. What I like most is that even though the major part of books is in German (followed by English and French), there are also books in Spanish and Italian as well as so-called “less spoken languages” like the nordic languages (where else do you get Swedish books in Berlin?), Dutch, Polish, etc.
    Some music would help to cheer the place up a bit, but the owner says that he prefers a quiet place to work and that’s a good point. He’s there every day after all unlike the customers, and some people can work with music, others not.
    I would like to lighten the place up a bit, but overall a very nice place!

    Books purchased: Halldór Laxness, “Das wiedergefundene Paradies” and Adalbert Stifter, “Novellen II”

  7. 18) Buchhafen

    Feiner Buchladen im Schillerkiez/Neukölln. Die Auslage ist klein aber übersichtlich, Annie Ernaux darf auch hier nicht fehlen momentan. Die Bücher im einzigen Schaufenster sind so angeordnet, dass man auch viel vom Laden sieht von außen, das wirkt einladend!
    Die Regale sind weiß und generell ist der Laden hell und freundlich und es gibt genug Platz zum Herumgehen, nichts steht im Weg, gut gemacht! Im Hauptraum drei kleine miss-matched welcome tables mit einer kleinen Auswahl Neuerscheinungen, nicht zu viel, sehr luftig, auch das gut gemacht. Ein Regal ist türkischen Büchern gewidmet, man weiß hier offenbar in welchem Kiez man sich befindet – warum nicht auch arabische AutorInnen hervorheben? Vielleicht habe ich das aber übersehen. Im Hauptraum ansonsten deutsche Bücher, gleich neben der Tür ein Regal mit Taschenbuchneuerscheinungen, und viel Philosophie und Politik, Marx und Bücher über Kapitalismus scheinen en vogue hier. Über den Regalen spaltenweise Überschriften, wie man es oft sieht – prinzipiell gut, aber weiß auf rot ist eine schlechte Mischung, insbesondere für Kurzsichtige (nur grün auf rot ist noch schlechter!). Regalüberschriften (Farben, Fonts, Anordnung, etc.) sind generell oft schlecht und lieblos gemacht stellt sich heraus. Und wie so oft auch hier: die Regale sind zu hoch bestückt, man kann von denen ganz oben nichts mehr lesen! Es steht zwar in beiden Räumen ein Holzschemel, den man verwenden könnte, aber ich bezweifle, dass den je jemand besteigt außer dem Personal.
    Im hinteren Raum ein kleines Regal mit Kinderbüchern und englische Bücher. Der hintere Raum hat zwei Sitzgelegenheiten, eine sogar mit Stehlampe und Beistelltisch, das lädt tatsächlich mal zum Hinsetzen ein, auch hier hat man sich etwas überlegt. Überhaupt ist der Hinterraum der kuriosere, es gibt ein altes Pianino (mit Büchern über Musik und Musiker darauf, sehr passend!) und ein Regal mit second hand Büchern sowie eine 2€-Kiste und generell ein bisschen mehr Deko als vorne – aber nicht zuviel! Was leider etwas stört ist, dass das Licht im Vergleich zum Vorderraum die Farbtemperatur wechselt (vorne kälter, hinten wärmer), das ist etwas anstrengend für die Augen, hätte man besser abstimmen können. Vorne gibt es Licht aus vielen verschiedenen Stehlampen, und spots über den Regalen, das macht einen guten Lichtmix, dieses Konzept hätte man hinten weiterführen können. Der Dielenfussboden ist toll und hell und trägt viel zum gemütlichen Gesamteindruck bei.
    Einer der wenigen Läden, in denen Musik läuft – sehr gut! Die Bedienung ist nett und das Sortiment gut. Alles in allem eine gemütliche und freundliche Kiezbuchhandlung!

    Buchkauf: Gilles Deleuze & Félix Guattari, “Anti-Ödipus”

  8. 17) Odradek

    5 Buchhandlungen hintereinander, ich werde langsam müde … und setze mich auf die Bank, die Teil eines der beiden welcome tables im Hauptraum ist. Gegen Müdigkeit hilft sie ganz gut, länger sitzen und lesen gleich neben dem Eingang möchte man aber vermutlich nicht. Es riecht sehr gut hier, haben die Räucherstäbchen oder ist einer alten Dame das Einkaufssackerl gerissen und die “Potpourri” Kloduftmischung wurde verstreut? 😉 Auf Nachfrage stellt sich heraus, dass sie ätherische Öle in den Putzmitteln haben … so ähnliche wie “Emirates”, die waschen ihre Flugzeuge auch mit Öl, weil der Reichtum ausgebrochen ist! Die Buchhandlung gehört übrigens den beiden die die Kohlhaas&Company betreiben – vermutlich also tatsächlich Reiche Leute. Der hintere, zweite Raum ist den Kinder gewidmet, sieht groß und lustig aus, ist aber nicht mein Spezialgebiet.
    Unter der Bank, auf der ich ausruhe, gibt es eine “zu verschenken” Kiste, holla! Das ist ja mal ne nette antikapitalistische Idee. Sonst ist aber vom Geist der “roten Insel”, wo sich der Laden befindet, nicht viel zu bemerken.
    Der welcome table, an dem sich die Bank befindet, ist präsentationstechnisch an Notizbücher verschwendet – die hätte man auch ruhig an weniger prominenter Stelle stapeln können. Die Sortierung der Regale ist wieder unklar, und die schwer zu findenden Beschriftungen lösen sich entweder ab oder sind nicht up to date (nein, dieses Kochbuch ist keine “graphic novel” …). Das Licht ist gut und einheitlich hell und freundlich. Das Sortiment finde ich hier aber nur so-so-là-là. Pech haben sie gerade mit einem Gerüst vor dem Laden, trotzdem stellen sie sich zusätzlich die Postkartenständer vor die Auslage, die damit endgültig unerreichbar ist. Da müsst ihr euch was besseres einfallen lassen, sprecht doch mit den Arbeitern und macht statt dessen eine Lichterkette oder Luftballons ans Gerüst!
    Yet another book store, den Kindern gefällt’s vielleicht, vorausgesetzt sie ersticken nicht in dem Lavendel-Meister-Proper. Ende für heute!

    Buchkauf: Tove Ditlevsen, “Kindheit”

  9. 16) Grohnsche Buchhandlung

    Blumen vor dem Laden und Radio drin ist schon mal was! Besser als Radio (eben lief eine Reportage über Tierversuche, naja, nicht kaufanimierend) wäre einfach nur Musik!
    Der Laden könnte etwas mehr Licht vertragen, ist aber generell nicht ungemütlich. Der Hund ist brav – ich hätte ihn fast übersehen wie er da in dem “Lesefauteuil” lag. Die Regale sind nicht zu hoch bestückt, es gibt einen welcome table, und alles ist gut einsehbar, auch wenn wie so oft die Sortierung nicht sofort eindeutig erkennbar ist. Die ältere Dame die den Laden betreut wirkt etwas müde, aber das verzeihen wir ihr natürlich. Kein CC, nur EC Zahlung … also muss ich abheben gehen.
    Im Schaufenster sind sie erst 25, im Internet schon 27 Jahre alt. Ein bisschen umgekehrt wie bei den dating apps …

    Buchkauf: Tove Ditlevsen, “Gesichter”

  10. 15) Mackensen

    Kleine Buchhandlung mit zwei Räumen im EG eines schönen Altbaus, daher das Lokal auch sehr schön mit Dielenholzboden und höhen Decken mit Stuck. Die hohen Decken verleiten natürlich zu hohen Regalen – das übliche Problem, man kann die Bücher ganz oben nicht mehr erkennen/lesen (in einem Regal sind noch dazu die Reclam ganz oben, die kann man ja so schon kaum entziffern auch wenn sie auf Augenhöhe sind!). Sowohl im ersten als auch im zweiten Raum gibt es ein Regal mit Belletristik Autoren A-Z, das verwirrt erstmal, erst als ich nachfrage stellt sich raus eines hat nur gebundene Ausgaben, das andere nur Taschenbücher, die Regale haben unterschiedliche Tiefen – das hätte man ruhig anschreiben können wo was ist. Die Regalbeschriftungen sind generell verbesserungswürdig (siehe Foto “Books” und darüber plötzlich französische Titel …). Das Sortiment ist aber ser gut für so eine kleine Buchhandlung. Das Licht is gedämpft aber durch das viele Weiß der Wände ausreichend. Es gibt viel Platz für die KundInnen, im zweiten Raum ein quadratischer Tisch in der Mitte mit vier Stühlen, der ist ansich gut platziert und funktionell, bloß gemütlich ist er nicht – generell könnte der Laden etwas mehr Stimmung vertragen. Aber besser als die meisten Lese-Fauteuil Verfehlungen der anderen Buchläden ist der Tisch allemal. Im zweiten Raum gibt es eine stiefmütterlich behandelte Ecke, das sieht man gleich, dort steht ein sinnloses Regal mit DVDs an die man nicht heran kommt, und es stehen Lieferkisten aus Plastik am Boden, davon bekomme ich regelmäßig Augenkrebs. Ebenso fristet dort ein rollbares Regal sein Dasein, das völlig auf verlorenem Posten versucht Bildbände feilzubieten, die allesamt in Zellophan eingeschweißt sind! Das ist sinnlos, in solche Bücher muss man barrierefrei HINEINschauen können, sonst kann man sie auch ganz weglassen.
    Der schon etwas ältere Verkäufer hat aber etwas Schelmisches, das mir gut gefällt!

    Buchkauf: Robert Neumann, “Die Kinder von Wien” (Extradruck der “Anderen Bibliothek”)

  11. 14) Bücherhalle (Antiquariat)

    Dieses große Antiquariat mit Gallerie ist schon lange hier, und es ist geräumig, hell, und so unmuffig wie ein Antiquariat nur sein kann. Die Galerie oben bietet im Gang nur Platz für eine Person, aber das war baulich eben so und nicht anders möglich, wenn man sie für den Kundenverkehr nutzen will. Die Bandbreite ist riesig und auch wenn man den älteren Herrn an der Kasse gerne stützen möchte, ist er so höflich, wie man in dem Alter eben noch sein kann. Eines der wenigen Antiquariate jedenfalls, in das auch ich, der ich sonst nur neue Bücher kaufe, immer wieder gerne geht – hoffentlich lebt es weiter, man findet immer wieder Überraschendes und Schnäppchen (siehe unten)!

    Buchkauf: Landau & Lifschitz, “Lehrbuch der Theoretischen Physik III – Quantenmechanik” (Akademie Verlag Berlin, 1966 – sehr sehr gut erhalten aus Bibliotheksbestand und für nur 15€!) und Per Olov Enquist, “Der fünfte Winter des Magnetiseurs”

  12. 13) Akazienbuchhandlung

    Schöner Laden in Schöneberg. Das Licht ist toll/perfekt und sehr einheitlich. Ein welcome table lässt drum rum viel Platz – generell gibt es viel Platz für die KundInnen. Die Regale sind gut lesbar überschrieben, man sieht gleich was wo ist! Bei den “Klassikern” gibt es gleich 3x Thomas Bernhard, darunter die “Auslöschung”, bravo! 😉 Alle Bücher sind so arrangiert, dass sie ohne Überdeckung/Abschattung durch andere Bücher sichtbar sind, auch hierzu bravo, das schaffen nicht alle! Ein Regal ist Empfehlungen der Belegschaft (inklusive kurzen notes von allen) gewidmet, ähnlich wie in der Buchbox, sehr gut! Auch hier gibt es in den Regalen Bücher die in Frontansicht präsentiert sind, gemischt mit Reihen von Bücher von denen man nur den Buchrücken sieht, also der Kompromiss zwischen Platzbedarf und Sichtbarkeit, den ich sehr gut finde. Bei der Präsentation bei der man nur die Buchrücken sieht, würde ich dazu tendieren, alle Bücher so zu stellen, dass die Schrift in die gleiche Richtung weist bei allen, also entweder bei allen von oben nach unten oder umgekehrt, nicht gemischt, auch wenn man dadurch einige Bücher “auf den Kopf” ins Regal stellen muss. Aber als Kundin muss man dafür dann den Kopf nur in eine Richtung neigen beim Lesen (oder mach das nur ich und alle anderen können mit aufrechtem Kopf Text lesen, der um 90° gedreht ist? oder ist das Kopf nach links, Kopf nach rechts neigen gewollt, damit man nicht eine Genickstarre bekommt in eine Richtung? ein offenes Problem!). In letzter Zeit fällt mir viel vom Kampa Verlag auf … die haben aber auch tolle Bücher! Einzig negativer Punkt der mir auffällt ist, dass wiedermal Boxen und Postkartenständer vor dem Laden das Schaufenster verstellen! Ansonsten ein richtig guter Laden, wie geil wäre der wenn auch noch Pflanzen da wären und Musik!
    Den kleinen Schaukasten zur Aktualität (eben gerade Nobelpreis) mit QR-code finde ich nett.

    Buchkauf: JJ Bola, “weiter atmen”

  13. 12) Otherland (science fiction & fantasy)

    First dedicated scifi & fantasy bookshop in Berlin I visited. It generally has an “old & cheap” look, per se not a problem, but here it borders neglect. The light is made up of mixed sources and classifies as “strange”. Boxes with books are put on the floor in front of the shelves, which is both ugly and prevents proper standing in front of the shelves – why do they do it? The tables they have are too low! They are clearly not meant for children, so why do they make grown ups bend down and get vertebral disc injuries? The selection is good, but it is unclear which books are new (if any?) and which are 2nd hand. Maybe they are all used, I didn’t figure it out. The shelves are marked sometimes, but unclearly – orientation is not obvious. The selection of books is good and the staff is very friendly (they say hello when you enter and “have fun reading” after you paid, well done guys!). And: they have the largest selection of plush Totoros I have seen sofar in Berlin !!! B-)

    Buchkauf: Kurt Vonnegut, “Breakfast of Champions” and “The Sirens of Titan”

  14. 11) Kommedia

    Sehr sehr kleiner Laden im Bergmannkiez (am Eingang der Markthalle). Ein zentraler Tisch, ansonsten Wandregale bzw. niedriger Tisch entlang des Schaufensterseite. Der Laden und die Regale sind hell und freundlich, und die Bedienung ist freundlich, der Eigentümer (?) aber etwas überdreht (Koks?). Sie haben anscheinend zum zweiten Mal (eine Kategorie?) des deutschen Buchhandlungspreises gewonnen – aber man fragt sich welche! SO speziell ist der Laden nun auch nicht. Das Sortiment ist gut, aber das ist der Punkt: jede/r die/der ein paar Jahrzehnte gelesen hat kann so einen kleinen Laden mit guten Büchern füllen, DAS ist NICHT die Kunst! In den Wandregalen gibt es auf Überkopfhöhe Leuchtstoffröhren, die eine Abschirmung/Einfassung haben, sodass sie nicht blenden, gut! Was darüber in den Regalen steht ist dadurch auch eindeutig Lagerbestand und man ist nicht versucht zu schauen, was das ist. Leider auch hier die Unart, dieselben Bücher in stapeln zu präsentieren. Bitte Leute, das bringt NICHTS! Legt EIN Exemplar hin, und legt eines nach, wenn das gekauft wurde! Wir müssen nicht Überfluss demonstrieren! Auch querliegende Exemplare auf den stehenden in den Wandregalen sind ein Hindernis (ich mache das bei mir zuhause auch, aber in einem Laden hat das nichts verloren). Eine interessante Legetechnik auf den Tischen: stehende Exemplare, auf denen dann andere mit der Front nach oben liegen. Hier hat man versucht innovativ zu sein, leider verdeckt das aber die Exemplare, die neben den stehenden “support” Büchern liegen. Im Endeffekt kontraproduktiv. Die Sortierung ist unklar – die Regale sind nicht beschriftet! Fazit: ich glaube der Laden lebt einfach von der Lage, da laufen einfach tausende vorbei täglich und auch nicht die Ärmsten.

    Buchkauf: Tomas Espedal, “Gehen oder die Kunst, ein wildes und poetisches Leben zu führen”

  15. 10) Another Country (English 2nd hand books)

    24.10.22: I need to write a P.S. to my initial verdict below. I never met Sophia and didn’t know this place before. It appears that she really managed to create a fabulous space that touched many people and that her presence filled with warmth and love. I regret not having discovered this place while she was still alive and what I wrote below has to be read in the light of my ignorance of what this place used to be and the person who had created it.

    In front of the store there is a bench (nice!) and two chairs (which are not so nice). The window intrigues with an undefinable blend of basil and philodendron, tarot cards and random objéts trouvés! Lovely! The concept continues inside, with all kinds of possible and impossible objects intermingled with 2nd hand books. The latter are unfortunately mostly of inferior quality and the place (maybe because of the recent death of the owner?) breathes an air of neglect and lack of hygiene. A thorough cleaning is urgently needed, cases with empty bottles need to be removed and such. The place has high potential, with all the wicked objects, but honestly, it’s not cozy. In the downstairs room (fantasy and scifi) there are smelly carpets from the last century – NOT a good combo with books! Mold beckons everywhere.
    The place is too dark and the shelves too high (as in many other book stores). The guy is very friendly though. I WANT this kind of book store to exist and survive, but I WANT it to be cleaner and generally … MORE BETTER!

    book purchase: I didn’t find anything unfortunately! The interesting books were all marked for lending only …

  16. 9) Grober Unfug Comic Books

    Comics in Kreuzberg (der größere Schwesternladen ist in der Torstraße). Comic Läden sind ja irgendwie außer obligo und ihre eigene Kategorie. Die einzigen Läden, die überladen sein dürfen, weil Comics das eben auch sind. Der Laden ist sehr klein, die Bedienung freundlich, das Sortiment trotz der Größe breit. Comicfiguren an der Decke sind cool, da geht aber noch mehr (siehe Kita-Kore Building Tokyo 😉 In den Gängen ist nur Platz für eine Person, es gibt zwei zentrale Tische oder Inseln. Der Laden ist wirklich klein, natürlich muss man die Ware irgendwo präsentieren, aber vielleicht hätte man da noch optimieren können?
    Regale sind schwarz und die an den Wänden haben zur Wandfläche angewinkelt angeordnete Stellfächen auf denen man Bücher sowohl in Frontalansicht als auch wie im normalen Regal einstellen kann (wobei man also nur den Buchrücken sieht) – gute Lösung (leider kein Foto). Es gibt auch ein paar T-shirt, aber bei einem Comicshop toleriert man jeglichen bric-à-brac meiner Ansicht nach. Das Licht ist hell bis krankenhausartig, da könnte man noch etwas machen. Rollstuhltauglich ist der Laden – wie so viele andere – leider nicht.

    Buchkauf: Tove Jansson, “Mumins – Die gesammelten Comic Strips von Tove Jansson”

  17. 8) Dussmann

    Ein Klassiker, was soll man sagen, es gibt quasi alles, und das in verschiedenen Sprachen, geöffnet ist bis spät abends.
    Das Licht ist generell angenehm und trotz der Fülle an Büchern über mehrere Stockwerke findet man sich sehr gut zurecht – die Überschriften über den Regalen sind groß genug und haben ausreichend Kontrast, sodass man sie über größere Distanzen lesen kann, was kaum ein anderer Laden richtig hinbekommt!
    Die Belegschaft ist generell freundlich. Die Leseplätze sind aber auch hier nicht alle optimal, insbesondere ein eigener Leseraum ist ziemlich ungemütlich gestaltet.
    Bei den Jugendbüchern gibt’s auch ein eigenes “Tik Tok” Regal – hier haben sie verstanden wo die jungen Leute ihre Lesetipps beziehen, gratuliere!
    Fazit: Ist natürlich eine Kategorie für sich, mit einer normalen Buchhandlung nicht zu vergleichen – aber stöbern kann man hier natürlich endlos, und wenn man ein bestimmtes Buch unbedingt heute noch braucht, dann kann man eben Samstag Abend um 22:30 hier noch rein und findet es!

    Buchkauf: Giacomo Leopardi, “Canti e Frammenti – Gesänge und Fragmente” und Hermann Melville, “Bartleby”

  18. 7) Kohlhaas & Company (Buchhandlung im Literaturhaus)

    Seit meinem letzten Besuch stark umgebaut: die Regale wurden weniger, niedriger und weiß statt schwarz, was die Buchhandlung insgesamt stark aufgehellt hat. Mir gefällt die Auflockerung, Volker fand es war früher besser, er mag es wenn es einfach sehr sehr viele Bücher gibt 😉
    Das indirekte Deckenlicht ist gut, aber die zusätzlichen Spots blenden manchmal.
    Die Regale sind schön locker gestellt, es gibt genug Platz herumzugehen und alle Bücher sind gut sichtbar angeordnet (treppenförmige Regale, wie sie auch andere Läden haben sind toll). Das Sortiment ist sehr gut, außer bei den englischen Titeln finde ich. Außerdem ist die Sortierung unklar! An keinem der Regale gibt es Hinweise, was denn dort zu finden sei! Die kleinen Fauteuils sind auch hier so aufgestellt, dass dort sicher nie jemand zum Lesen Platz nimmt, höchsten um Ohnmachten zu vermeiden. Die Postkartenständer vor dem Laden müssen bei Regen immer rein, es gibt keine Überdachung, das ist doch in Berlin total unpraktisch. Die Schaukästen auf dem Weg durch den Hof sind gut, vielleicht lockts das KundInnen, die sonst nur auf dem Weg ins Café nebenan wären in den Laden?
    Das Service ist eher “trocken”. Generell könnte der Laden mehr Stimmung vertragen, ein bisschen Musik zB und mehr Herzlichkeit (aber das ist in Charlottenburg und in Berlin generell ein Problem!).

    Buchkauf: Primo Levi, “Die Atempause” und Marion Poschmann, “Die Kiefern-Inseln”

  19. 6) Autorenbuchhandlung

    Gleich neben dem Bücherbogen. Im Gegensatz dazu sehr aufgeräumt, es gibt mehr Platz zwischen den Tischen (unter denen nichts herumliegt) und auf den Tischen ist alles sehr gut sichtbar präsentiert. Die Tische haben Rollen auf den Beinen, man kann also leicht umarrangieren! Die Tische haben gut lesbare (weiß/Kreide auf schwarz) Tafeln mit den Themen der Tische (zB Länder/Regionen, obwohl ich nicht weiß was “# we read indie” sein soll…) In den Wandregalen ist mehr Raum für Frontansicht Reihen zur Verfügung gestellt als für Buchrücken only, sehr gut! Generell endlich mal eine Buchhandlung, in der nicht übertrieben wurde damit alles vollzustellen!
    Das Licht ist leider etwas zu schummrig, und der Laden wirkt ein wenig zu ruhig, vielleicht aber auch nur im Vergleich zu dem helleren und lebhafteren Bücherbogen von zuvor. Der Fauteuil, den sie zum Lesen hingestellt haben, wird sicher nie genutzt, erstens ist’s zu finster, zweitens steht er völlig ad hoc an einer unmöglichen Stelle! Hier braucht’s einen mood manager!

    Buchkauf: Shirley Jackson, “The Lottery” (tatsächlich tat ich mir etwas schwer dort sofort etwas zu finden, es sprang mich nichts direkt an…)

  20. 5) Bücherbogen am Savignyplatz

    Eine witzige Kunst- und Sachbuchhandlung mit großem Sortiment in den Viadukt-Bögen der Sbahn.
    Die treppenförmigen Regale in den Schaufenstern lockern optisch auf, und man kann zumindest manche der Bücher auch von drinnen sehen – um sie anzufassen muss man aber trotzdem das Personal bitten. In den Regalen an den Wänden wechseln Reihen mit aufgestellten Büchern (nur Buchrücken sichtbar) mit Reihen von Büchern in Schräglage mit Frontansicht, das lockert auf und ist ein Mittelweg zwischen beiden Präsentationsarten (von denen erstere die platzsparendste und letztere die für die KundInnen angenehmste ist, da man alle Bücher von vorne sieht). Es gibt etwas zuviele Tische, die Gangwege sind eng und man stößt oft an andere KundInnen. Auf den Tischen sind Bücher sowohl liegend, als auch komplett senkrecht stehend und mit Extrastützen in Schräglage präsentiert. Die stehenden Bücher verdecken dabei oft andere, das ist nicht toll gemacht, generell passiert hier das, was in den meisten Buchhandlungen passiert – es sammelt sich zuviel an, bzw. es wird versucht mehr auszustellen als für die usability gesund ist! Stattdessen hätte man auf 1-2 Tische verzichten können um statt dessen eine Leseecke mit Fauteuils einzurichten, was bei einer Kunstbuchhandlung doppelt Sinn macht, weil’s hier ja auch darum geht sich auch größere, schwere Fotobände in Ruhe ansehen zu können.
    Der Raum unter den Tischwn ist außerdem vollgepackt mit Altpapier/kartons, Verpackungsmaterial, Regalteilen, Kisten und dergleichen vollgeräumt, das wirkt nicht nur unprofessionell und hässlich sondern man stößt auch öfter mit den Füßen daran. Transportwägelchen werden oft im Gangbereich stehen gelassen und sind dann im Weg, generell erreicht man nicht alle Regale, was nicht passieren sollte!
    Die gekreuzten LED Streifen an der Decke machen dafür gutes Licht, und der Laden wirkt allgemein lebhaft. Bücher ins Schaufenster zu stellen, die tagesaktuelle Themen und Ereignisse widerspiegeln ist auch nie verkehrt (Godard ist tot, die Queen ist tot, etc.).

    Buchkauf: Ludger Weß, “Winzig, zäh und zahlreich – ein Bakterienatlas”

  21. 4) Buchbox

    Pberg/Greifswalder. Krimskrams ohne Ende! Den Kindern gefällt’s vielleicht, es gibt auch eine große Kinderbuchsektion. Die Wände sind in zwei unmöglichen Grüntönen (!) gestreift gestrichen – wer um Gottes Willen ist auf DIE Idee gekommen, man bekommt Augenkrebs! Wahrscheinlich auch dies für die Kinder. Vor den Schaufenstern stehen Boxen mit bric-à-brac, das nicht nur sinnlos ist, es verstellt auch die Sicht auf das was im Fenster ausgestellt ist. Nachdenken Leute. Innen viel zu viele Tische, um die man Slalom laufen muss und zuviel Extrazeug. Gut sind das Regal mit den Lieblingsbüchern der Angestellten und die Überschriften “Mord” und “Totschlag” über den Krimiregalen sind witzig. Das Licht ist zu grell/steril.

    Buchkauf: Ödön von Horvath, “Jugend ohne Gott” und Kazuo Ishiguro, “Klara und die Sonne”

  22. 3) Saint George English Bookstore

    Gemütlicher kleiner English Bookstore am Pberg, hier hat man auch Musik, was einen großen Unterschied macht! Die alten Industrielampen sehen toll aus und machen gutes Licht, es ist nicht zu grell wie in manchen anderen Läden. Die Schiebeleitern an den hohen Regalen sind auch cool, aber praktisch sind die nicht, man sieht niemanden der da rauf steigt um zu stöbern. Auch hier: wenn man sich bücken oder hinknien muss ist es schlecht präsentiert! Da muss man Hocker hinstellen, damit sich die Leute hinsetzen können! Die Idee Bücher mit Hilfe von Papierklemmen an die Wand zu hängen ist super! Ebenfalls hier das Problem mit den Büchern in der Auslage (die sind selbst zwar gut sichtbar/präsentiert), die man dann von innen nicht erreichen kann. Hier hätte man genug Platz gehabt das Auslagenregal einfach zu spiegeln nach innen und dort nochmal dieselben Bücher aufzulegen (was aber natürlich nur mit neuen Büchern geht, nicht mit second hand Einzelexemplaren). Sowohl die Bedienung als auch die Kunden sind sympathisch hier! Jeder Buchladen bekommt die Kunden, die er verdient 😉

    Buchkauf: David Hume, “On Suicide” und Masanobu Fukuoka, “The Dragonfly Will Be the Messiah”

  23. 2) Georg Büchner Buchladen

    Gut sortierter Laden am Pberg, barrierefreier Zugang und innen genug Platz um auch mit einem Rollstuhl überall hin zu gelangen! Nach Renovierung insgesamt sehr hell und aufgeräumt, hell und freundlich, die kleinen Kronleuchter sind süß, allerdings hätte man mehr aus dem Konzept machen können, sie sind lieblos montiert. Ein kleiner welcome table mit Neuerscheinungen, sonst keine Hindernisse durch die man Slalom laufen muss, gut gemacht! Auch hier muss man sich immer wieder bücken oder verbiegen um Bücher in Bodennähe zu begutachten, das ist nichts Leute (außer es sind Kinderbücher)! Das “Skandinavien”-Regal gefällt, und generell die kleinen Regalabschnitte zu bestimmten Ländern/Regionen. Ein schönes Buch kann man schonmal aufgeschlagen präsentieren, auch das gefällt! Auch hier Postkartenständer draußen, das scheint ein Klassiker zu sein. Was auch ein Klassiker und unpraktisch ist: die Bücher, die in der Auslage liegen, kann man von innen weder sehen und erreichen, das stört. Insgesamt ein guter Laden, wenngleich auch nicht wirklich gemütlich, sieht einfach noch zu neu und unbenutzt aus nach der Renovierung.

    Buchkauf: Tove Ditlevsen, “Abhängigkeit”

  24. 1) Mogwa

    Ein Antiquariat am Prenzlauer Berg mit Papeterie … und viel zu viel bric-à-brac! Notizbücher und eine kleine Auswahl ein feinen Schreibwaren ist erlaubt, aber was hier betrieben wird ist eindeutig zuviel! Ebenso: Bücher und Dinge, zu denen man sich sehr weit bücken muss, die durch andere Dinge (Postkartenständer und dgl.) verstellt sind, oder die gar am Boden liegen haben in einer Buchhandlung nichts zu suchen. Die großen Überschriften über den Regalen sind gut, allerdings würde ich andere Farben und fonts empfehlen. Das treppenförmige Regal in der Mitte präsentiert die Bücher in gut sichtbarer Weise, allerdings nimmt es zuviel Platz ein – die Buchhandlung ist generell zu überladen und eng. Das scheint die KundInnen aber nicht zu stören, es sind ständig Leute im Laden, wahrscheinlich auch wegen der guten Lage. Die Postkartenständer und LP/etc.-Wühlboxen vor dem Laden locken zusätzlich Menschen an.

    Gekauftes Buch: Josef Winkler, “Leichnam, seine Familie belauernd” (3,5€ und in gutem Zustand!)

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